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Vier Haupt-Strategien kategorisieren das breite Feld der Hedge-Fonds:
- Relative Value
Vertreter von Relative Value- bzw. Arbitrage-Strategien generieren ihre
Profite, indem sie Preisunterschiede zwischen verbundenen Wertpapieren
ausnutzen. Ein Manager kauft beispielsweise an einer Börse kurzfristig unterbewertete Aktien, um sie
gleichzeitig an einem anderen Handelsplatz zu einem höheren Kurs zu
veräußern. Je nach Anlageschwerpunkt unterscheidet man zwischen drei
Subkategorien:
- Convertible (Bond) Arbitrage-Strategien nutzen Preisanomalien bei Wandelanleihen. Der Manager
kauft beispielsweise eine unterbewertete Wandelanleihe und verkauft dagegen die
höher bewertete Aktie, in die sie umgetauscht werden kann.
- Fixed Income Arbitrage-Fonds konzentrieren sich auf Preisdifferenzen
zwischen unterschiedlichen festverzinslichen Wertpapieren.
- Mit der Equity Market Neutral-Strategie versucht der Manager, das
Marktrisiko zu hedgen. Er kauft etwa unterbewertete Aktien einer Branche und
verkauft für dieselbe Summe vermeintlich überbewertete Aktien des gleichen
Sektors leer.
- Event-Driven
Der Event-Driven-Manager konzentriert sich auf
Unternehmen, die vor einer außergewöhnlichen Situation stehen. Erfahrungsgemäß
wirken sich dramatische Ereignisse in einem Unternehmen deutlicher auf den
Aktienkurs aus, als es das allgemeine wirtschaftliche Umfeld rechtfertigt. Je
nach strategischem Schwerpunkt unterscheidet man zwischen Risk Arbitrage
(Merger Arbitrage), Distressed Securities und Special
Situations. Erstere konzentrieren sich auf Unternehmensfusionen und
–übernahmen, zweitere reagieren auf schwierige Firmensituationen, wie drohende
Insolvenz oder Bonitätsverlust.
Bei Special Situations werden Ereignisse wie Joint-Ventures, Buy Outs oder Spin-Offs ins Visier genommen.
- Opportunistic
Bei opportunistischen Strategien versuchen die
Manager, Marktentwicklungen vorwegzunehmen. Ihr Erfolg hängt von der korrekten
Deutung und Auswertung ökonomischer Faktoren ab – wie der
Zinsentwicklung oder Währungsschwankungen. Der bis heute am meisten praktizierte
Ansatz ist Long/Short. Der Verwalter kauft als unterbewertet angesehene
Aktien und verkauft überbewertet eingestufte Papiere leer. Vertreter der
Global-Macro-Strategie (bekanntester Vertreter war der Quantum-Fonds von
George Soros), gehen noch
einen Schritt weiter. Sie setzen zahlreiche Finanzinstrumente wie Futures und Optionen in
den Bereichen Währungen, Rohstoffe, Zinsen und Aktienindizes, festverzinsliche
Produkte und weitere Derivate ein. Short-Selling-Fonds eröffnen
dagegen fast ausschließlich Short-Positionen auf überbewertete Aktien oder
Bonds.
- Multi Manager/Multi-Strategy
Der Multi Manager-Ansatz kombiniert
verschiedene dieser Hedge-Fonds-Strategien in einem eigenen Produkt,
üblicherweise einem Dachfonds
(Fund of Hedge-Funds, FoHF). Entweder praktiziert ein Manager mehrere
Handelsstile auf einmal, oder das Kapital wird in die Hände verschiedener
interner oder externer Markt- und Strategieexperten gelegt, die einzelne Teile
des Fondsvermögens betreuen.
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